Bausparen mit 20:
lohnt sich das 2026 noch?
Bausparen klingt erst mal nach Oma, Sparbuch und Ratgeber-Magazinen aus den 90ern. Aber durch das aktuelle Zinsniveau ist es plötzlich wieder ein richtig clever Werkzeug – gerade für junge Leute zwischen 18 und 25. Hier ist die ehrliche Einschätzung, ohne Werbe-Geschwurbel.
Kurz vorweg: Warum überhaupt Bausparen?
Mal ehrlich: Eine Eigentumswohnung mit 30 ist heute kein Selbstläufer mehr. Kaufpreise sind hoch, Bauzinsen liegen aktuell bei rund 3,5 bis 4 Prozent, und Eigenkapital wächst nicht von allein. Wer mit 20 anfängt, hat allerdings einen Vorteil, den keiner mit 35 mehr hat: Zeit.
Und genau hier kommt Bausparen ins Spiel. Denn ein Bausparvertrag macht zwei Dinge gleichzeitig: Er baut dir Eigenkapital auf und sichert dir heute schon den Zins, zu dem du später dein Bauspardarlehen bekommst. Selbst wenn die Zinsen in zehn Jahren bei 6 Prozent stehen.
Wie funktioniert Bausparen eigentlich?
Du schließt einen Vertrag über eine bestimmte Bausparsumme ab – sagen wir 30.000 €. In der ersten Phase sparst du regelmäßig ein und bekommst dafür Zinsen. Sobald du etwa 40 % der Summe angespart hast und dein Vertrag „zuteilungsreif" ist, kannst du dir den Rest als Bauspardarlehen zu einem Zins auszahlen lassen, der schon bei Vertragsabschluss festgelegt wurde. Sicheres Sparen plus garantierter Darlehenszins – in einem einzigen Produkt.
Der Zins-Effekt: Warum 2026 ein guter Moment ist
In der Niedrigzins-Phase zwischen 2015 und 2021 wirkte Bausparen unattraktiv – Tagesgeldzinsen waren niedrig, aber Bauzinsen ebenfalls bei rund 1 bis 1,5 Prozent. Heute sieht das Bild komplett anders aus.
Wenn du jetzt einen Bausparvertrag abschließt, sicherst du dir einen festgeschriebenen Darlehenszins – häufig deutlich unter den heutigen Marktzinsen für Baufinanzierungen. Steigt der Marktzins in den nächsten Jahren weiter (was viele Experten erwarten), profitierst du doppelt: Du hast Eigenkapital aufgebaut und kannst zu einem Zinssatz finanzieren, den es so am Markt nicht mehr gibt.
Es geht nicht um die nächsten 2 Jahre – sondern um die nächsten 10.
Bausparen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Genau das macht es für junge Leute so attraktiv: Du hast Zeit, in Ruhe Eigenkapital aufzubauen, ohne dass du sofort große Beträge stemmen musst. Schon 25 bis 50 € im Monat reichen für den Einstieg.
Geld vom Staat: Was 2026 für dich drin ist
Der vielleicht unterschätzteste Vorteil beim Bausparen: Der Staat legt eine ordentliche Schippe oben drauf. Es gibt zwei Förderungen, die für junge Leute besonders relevant sind.
1. Wohnungsbauprämie
Die Wohnungsbauprämie gibt es zusätzlich zu deinen Zinsen. Sie beträgt 10 % auf bis zu 700 € Eigenleistung pro Jahr – also maximal 70 € geschenkt jährlich. Bei Verheirateten verdoppelt sich das auf 140 €.
Damit du Anspruch hast, darfst du als Single nicht mehr als 35.000 € zu versteuerndes Einkommen pro Jahr haben (Verheiratete: 70.000 €). Für Azubis, Studierende und Berufseinsteiger ist das praktisch immer locker drin.
2. Arbeitnehmer-Sparzulage über VL
Viele Arbeitgeber zahlen sogenannte vermögenswirksame Leistungen (VL) – meist zwischen 6,65 € und 40 € im Monat. Steckst du diese in einen Bausparvertrag, gibt es zusätzlich die Arbeitnehmer-Sparzulage: 9 % auf bis zu 470 € pro Jahr, also bis zu 42,30 € geschenkt.
Auch hier gibt es eine Einkommensgrenze (40.000 € Single, 80.000 € verheiratet), die für die meisten unter 30 problemlos passt.
Was bedeutet das in echten Zahlen?
Lisa, 22, ist Industriekauffrau in Oberhausen. Sie zahlt monatlich 50 € selbst in ihren Bausparvertrag ein und legt 40 € VL ihres Arbeitgebers obendrauf. Macht 1.080 € pro Jahr.
Vom Staat bekommt sie 70 € Wohnungsbauprämie + 42,30 € Arbeitnehmer-Sparzulage = 112,30 € geschenkt – pro Jahr. Über zehn Jahre sind das über 1.100 € reine Förderung, ganz ohne dass sie selbst dafür mehr einzahlen muss.
Die Geheimwaffe für Unter-25-Jährige: Frei verfügbar
Jetzt kommt der Punkt, den die meisten gar nicht kennen – und der Bausparen für junge Leute besonders interessant macht.
Normalerweise ist die Wohnungsbauprämie zweckgebunden. Heißt: Das angesparte Geld muss am Ende für eine Immobilie verwendet werden – Kauf, Bau oder Modernisierung. Sonst gibt's die Prämie nicht.
Es gibt eine Sonderregelung: Wenn du bei Vertragsabschluss unter 25 bist, kannst du dir bei deinem ersten Bausparvertrag nach mindestens 7 Jahren Laufzeit einmalig das gesamte Guthaben frei verfügbar auszahlen lassen – inklusive Wohnungsbauprämie. Ohne dass du eine Immobilie kaufen musst.
- Du kannst dir mit 27 ein Auto kaufen, eine Weltreise machen oder einfach das Geld behalten
- Die Wohnungsbauprämie bleibt trotzdem dir
- Es zählt nur dein Alter bei Vertragsabschluss, nicht bei Auszahlung
- Diese Sonderregelung gilt ausschließlich für deinen ersten Bausparvertrag
Das ist die wichtigste Erkenntnis: Du musst dich heute mit 20 noch nicht festlegen, ob du wirklich mal ein Haus willst. Du kannst dir alle Optionen offenhalten – und holst trotzdem mit jedem Jahr staatliche Förderung ab.
Drei Typen, drei Strategien
Wie sich Bausparen konkret rechnet, hängt davon ab, wo du gerade im Leben stehst. Hier drei realistische Szenarien:
Mark macht eine Ausbildung als Mechatroniker. Sein Arbeitgeber zahlt 26,59 € VL. Er selbst legt nichts oben drauf – im ersten Schritt geht es ihm nur darum, das Arbeitgeber-Geld nicht verfallen zu lassen.
Sina jobbt nebenbei und kann sich 25 € im Monat leisten. Sie weiß noch nicht, ob sie nach dem Studium ein Haus will, möchte sich aber alle Türen offenhalten und nutzt die Unter-25-Regel.
Tim weiß, dass er in 8 bis 10 Jahren bauen oder kaufen möchte. Er kombiniert maximale Eigenleistung mit VL und nutzt beide Förderungen voll aus.
Mythen-Check: Was wirklich stimmt – und was nicht
Über Bausparen kursieren ein paar hartnäckige Vorurteile. Hier sind die häufigsten – und was wirklich dahintersteckt.
Wann sich Bausparen wirklich nicht lohnt
Damit das hier kein Werbeartikel wird: Bausparen ist nicht in jeder Lebenslage die richtige Wahl. Eher die Finger davon lassen solltest du, wenn:
- Du gerade hohe, teure Schulden (Konsumkredit, Dispo) hast – die zuerst weg
- Du noch keine 3-Monats-Rücklage als Notgroschen hast
- Du dir die monatliche Rate nicht zuverlässig leisten kannst – Beitragspausen sind möglich, aber nicht der Sinn der Sache
- Du sicher weißt, dass du nie eine Immobilie willst und nicht unter die Unter-25-Regel fällst
Für alle anderen – und das sind erfahrungsgemäß die meisten Leute zwischen 18 und 25 – ist ein Bausparvertrag eine der einfachsten Möglichkeiten, gefördert Eigenkapital aufzubauen.
Fazit: Lohnt es sich 2026 noch?
Ja – und für junge Leute sogar mehr als in den letzten zehn Jahren. Drei Gründe, warum 2026 ein guter Moment ist:
- Du sicherst dir heute Zinsen für morgen – in einer Marktphase, in der Bauzinsen wieder spürbar gestiegen sind.
- Der Staat zahlt mit – bis zu 112 € pro Jahr, ohne dass du etwas dafür tun musst außer regelmäßig einzahlen.
- Du hältst dir alle Optionen offen – durch die Unter-25-Sonderregel zwingt dich nichts zu einer Immobilie, falls sich deine Pläne ändern.
Wichtig ist nur: Nicht jeder Bausparvertrag passt zu jedem. Tarif, Bausparsumme, Sparrate und Anschluss-Strategie müssen zu deinem Leben passen. Genau dafür gibt es uns.
Lass uns gemeinsam durchrechnen, was für dich drin ist.
Ob Azubi, Studentin oder Berufseinsteiger – wir schauen uns deine Situation an und zeigen dir, welcher Bausparvertrag wirklich zu dir passt. Persönlich in Oberhausen oder per Videocall. Ohne Druck, ohne Fachchinesisch.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Förderhöhen, Einkommensgrenzen und steuerliche Details können sich ändern. Stand: 2026.